
Zentrales Thema des Wildschutzgebietes ist der Nashornschutz.
Dementsprechend soll das an dieses Projekt anzuschließende touristische Unternehmen in seiner Werbung um Touristen ganz entscheidend auf den Nashornschutz abstellen.
Die relativ geringe Anzahl der zur Verfügung stehenden Unterkünfte trägt der ökologischen Sensibilität des Gebietes Rechnung und entspricht dem von der Regierung proklamierten Ziel eines qualitativ hochwertigen, zahlenmäßig jedoch beschränkten Tourismus.
Von Rangern geführte Fußsafaris und Pirschfahrten sollen den Touristen die in Afrika immer seltener werdende Möglichkeit eröffnen, Spitzmaul- und Breitmaulnashörner in ihrer natürlichen Umgebung ungestört beobachten zu können.
Gleichzeitig wird durch vorsichtige touristische Nutzung des Projektgebietes eine permanente Beobachtung und Kontrolle des Nashornbestandes gewährleistet. So wird es für potentielle Wilderer nahezu unmöglich sein, unbemerkt einzudringen. Dies stellt einen entscheidenden Faktor für das Sicherheitssystem des Wildschutzgebietes dar.
Das touristische Marketingkonzept wird sich zum einen auf die Lage des Gebietes stützen. Durch die direkte Nachbarschaft zu Etosha profitiert das Wildschutzgebiet im Hinblick auf seine Daseinsberechtigung und seine Glaubwürdigkeit. Mit den vorhandenen Wildtieren, die jenseits des Zaunes im Nationalpark ebenfalls vorkommen, vollzieht sich für den Gast auch die gefühlsmäßige Einheit - das Wildschutzgebiet als Teil des Nationalparks.
Dass dieser gefühlsmäßigen Vereinigung auch eine tatsächliche einmal folgen könnte, ist zumindest nicht ausgeschlossen:
Sollte es in Zukunft gelingen, die an den Nationalpark angrenzenden Farmen im Rahmen einer großen Hegegemeinschaft zu einen, so wäre es durchaus denkbar, dass der Nationalparkzaun irgendwann einmal fällt - ähnlich wie der des Krüger Nationalparks in Südafrika.
Der damit entstehende Standortvorteil für eine touristische Nutzung liegt auf der Hand.
Die Umsetzung der von der namibischen Regierung propagierten Schaffung eines so genannten "Etosha-Korridors" könnte zur Entstehung eines Naturschutzstreifens führen, der sich von der Skelettküste am Atlantik entlang der Südgrenze des Etosha-Nationalparks über den Osten Namibias bis hin zur Kalahari und den "Swamps" im Herzen Botswanas erstreckt.
Was bislang eine Vision von Naturschützern und Befürwortern länderübergreifender Wildschutzgebiete sein mag, könnte in Zukunft durch eine gezielte, einheitliche touristische Vermarktung zu einer Art "Gartenroute Namibias" heranreifen.
Doch auch die von der ERCA Foundation durchgeführte wissenschaftliche Arbeit mit gefährdeten Wildtierarten bietet dem touristischen Unternehmen zweifellos einen zusätzlichen Marktvorteil durch wachsendes Interesse von fachlich interessierten Besuchern.
Allerdings werden auch Nichtwissenschaftler als Urlaubsbesucher reizvoll von im Projektgebiet anwesenden Wissenschaftlern profitieren, denn über die Möglichkeit hinaus, Tiere und Pflanzen unter sachkundiger Führung in freier Wildbahn zu beobachten, erhalten sie sehr spezielle Einblicke in Thematik und Zusammenhänge des Artenschutzes.
Touristen, denen in dieser Weise sowohl die bedrohten Nashörner als auch die zum Schutz dieser Tiere erforderlichen Maßnahmen näher gebracht wurden, werden nicht nur eher bereit sein, derartige Schutzmaßnahmen finanziell zu unterstützen. Sie fungieren auch als wertvolle Multiplikatoren in ihrem Heimatland, wenn es dort um die Sensibilisierung anderer Menschen für Artenschutz geht.